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Thanks341.813 Aufrufe Premiere am 27.04.2023

Habeck, Lutz & Lang: Das sind die inkompetentesten Deutschen in Politik und Wirtschaft

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Thanks201.430 Aufrufe 21.03.2023 #AchtungReichelt#StimmeDerMehrheit#DeutscheBahn

Keinen Satz hört man in diesen Tagen und Wochen landauf landab hĂ€ufiger: Was ist nur aus Deutschland geworden? Man hört ihn in der vollstĂ€ndig ruinierten Deutschen Bahn, die so gut wie keines ihrer Ziele mehr pĂŒnktlich erreicht. Man hört ihn in den Warteschlangen, die sich Hunderte Meter durch unsere FlughĂ€fen ziehen.

Man hört ihn beim Blick auf die Energiepreise, die Hunderttausende Menschen in Deutschland in die Verschuldung und großartige Unternehmen ins Ausland treiben. Was ist nur aus unserem Land geworden? Wir bei „Achtung, Reichelt!“ haben ĂŒberlegt, was die Ursache dafĂŒr ist. Wir waren uns schnell einig: Wenn aus einem Land, das frĂŒher auf der ganzen Welt bewundert wurde, ein Land wird, das von der ganzen Welt nicht mehr ernst genommen wird – dann ist das kein Naturereignis.

Dann ist das menschengemacht. Aus unserem einst hochkompetenten Land ist ein hoch-in-kompetentes Land geworden, weil auf immer mehr SchlĂŒsselpositionen und einflussreichen Beraterposten Menschen Platz genommen haben, die genau das sind: vollstĂ€ndig inkompetent. Wir haben uns deshalb zusammengesetzt mit dem Ziel, eine Liste zu erstellen mit den inkompetentesten Menschen, die unser Land zu bieten hat. Die Liste umfasste schnell mehrere Seiten.

Wir haben ĂŒber die Auswahl so heftig gestritten, dass wir am Schluss einen Kompromiss finden mussten. Wir fangen mit sechs unfassbar inkompetenten Deutschen an, behalten uns aber vor, die Liste beliebig zu verlĂ€ngern. FĂŒr Teil 2 freuen wir uns auf Ihre VorschlĂ€ge, jetzt hier in die Kommentare schreiben!

Habecks grĂŒne Planwirtschaft: „Die GrĂŒnen bringen uns den neuen Kommunismus“

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Thanks257.654 Aufrufe 04.03.2023 #Gloria#AchtungReichelt#StimmeDerMehrheit

FĂŒrstin Gloria von Thurn und Taxis lebt zwar in einem Schloss, aber hat die einzigartige FĂ€higkeit, das auszusprechen, was Millionen Menschen denken. Sie kennt die Welt und versteht dieses Land. Die FĂŒrstin zu Gast bei „Achtung, Reichelt!“ Hauptthema in dieser Woche: Die neuen Heizungs-PlĂ€ne von Vizekanzler Robert Habeck! Ein knallharter Ideologe, sagt die FĂŒrstin. Aber: Wir mĂŒssten uns alle nicht wundern, so Gloria, was die GrĂŒnen jetzt tun, wo sie an der Macht sind – sie hĂ€tten es immer genau so angekĂŒndigt 
 „Die GrĂŒnen bringen uns den neuen Kommunismus!“

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Elites are literally checking off the 10 tenors of Communism

Das Manifest der Kommunistischen ParteiEin Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus. Alle MĂ€chte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbĂŒndet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten.Wo ist die Oppostitionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wĂ€re, wo die Oppositionspartei, die der fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionĂ€ren Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht zurĂŒckgeschleudert hĂ€tte?Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.Der Kommunismus wird bereits von allen europĂ€ischen MĂ€chten als eine Macht anerkannt.Es ist hohe Zeit, daß die Kommunisten ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen und dem MĂ€rchen vom Gespenst des Kommunismus ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.Zu diesem Zweck haben sich Kommunisten der verschiedensten NationalitĂ€t in London versammelt und das folgende Manifest entworfen, das in englischer, französischer, deutscher, italienischer, flĂ€mischer und dĂ€nischer Sprache veröffentlicht wird.I Bourgeois und ProletarierDie Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von KlassenkĂ€mpfen.Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, ZunftbĂŒrger und Gesell, kurz, UnterdrĂŒcker und UnterdrĂŒckte standen in stetem Gegensatz zueinander, fĂŒhrten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionĂ€ren Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kĂ€mpfenden Klassen.In den frĂŒheren Epochen der Geschichte finden wir fast ĂŒberall eine vollstĂ€ndige Gliederung der Gesellschaft in verschiedene StĂ€nde, eine mannigfaltige Abstufung der gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Plebejer, Sklaven; im Mittelalter Feudalherren, Vasallen, ZunftbĂŒrger, Gesellen, Leibeigene, und noch dazu in fast jeder dieser Klassen wieder besondere Abstufungen.Die aus dem Untergang der feudalen Gesellschaft hervorgegangene moderne bĂŒrgerliche Gesellschaft hat die KlassengegensĂ€tze nicht aufgehoben. Sie hat nur neue Klassen, neue Bedingungen der UnterdrĂŒckung, neue Gestaltungen des Kampfes an die Stelle der alten gesetzt.Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die KlassengegensĂ€tze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenĂŒberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.Aus den Leibeigenen des Mittelalters gingen die PfahlbĂŒrger der ersten StĂ€dte hervor; aus dieser PfahlbĂŒrgerschaft entwickelten sich die ersten Elemente der Bourgeoisie.Die Entdeckung Amerikas, die Umschiffung Afrikas schufen der aufkommenden Bourgeoisie ein neues Terrain. Der ostindische und chinesische Markt, die Kolonisierung von Amerika, der Austausch mit den Kolonien, die Vermehrung der Tauschmittel und der Waren ĂŒberhaupt gaben dem Handel, der Schiffahrt, der Industrie einen nie gekannten Aufschwung und damit dem revolutionĂ€ren Element in der zerfallenden feudalen Gesellschaft eine rasche Entwicklung.Die bisherige feudale oder zĂŒnftige Betriebsweise der Industrie reichte nicht mehr aus fĂŒr den mit neuen MĂ€rkten anwachsenden Bedarf. Die Manufaktur trat an ihre Stelle. Die Zunftmeister wurden verdrĂ€ngt durch den industriellen Mittelstand; die Teilung der Arbeit zwischen den verschiedenen Korporationen verschwand vor der Teilung der Arbeit in der einzelnen Werkstatt selbst.Aber immer wuchsen die MĂ€rkte, immer stieg der Bedarf. Auch die Manufaktur reichte nicht mehr aus. Da revolutionierte der Dampf und die Maschinerie die industrielle Produktion. An die Stelle der Manufaktur trat die moderne große Industrie, an die Stelle des industriellen Mittelstandes traten die industriellen MillionĂ€re, die Chefs ganzer industrieller Armeen, die modernen Bourgeois.Die große Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung Amerikas vorbereitete. Der Weltmarkt hat dem Handel, der Schiffahrt, den Landkommunikationen eine unermeßliche Entwicklung gegeben. Diese hat wieder auf die Ausdehnung der Industrie zurĂŒckgewirkt, und in demselben Maße, worin Industrie, Handel, Schiffahrt, Eisenbahnen sich ausdehnten, in demselben Maße entwickelte sich die Bourgeoisie, vermehrte sie ihre Kapitalien, drĂ€ngte sie alle vom Mittelalter her ĂŒberlieferten Klassen in den Hintergrund.Wir sehen also, wie die moderne Bourgeoisie selbst das Produkt eines langen Entwicklungsganges, einer Reihe von UmwĂ€lzungen in der Produktions- und Verkehrsweise ist.Jede dieser Entwicklungsstufen der Bourgeoisie war begleitet von einem entsprechenden politischen Fortschritt. UnterdrĂŒckter Stand unter der Herrschaft der Feudalherren, bewaffnete und sich selbst verwaltende Assoziation in der Kommune, hier unabhĂ€ngige stĂ€dtische Republik, dort dritter steuerpflichtiger Stand der Monarchie, dann zur Zeit der Manufaktur Gegengewicht gegen den Adel in der stĂ€ndischen oder in der absoluten Monarchie, Hauptgrundlage der großen Monarchien ĂŒberhaupt, erkĂ€mpfte sie sich endlich seit der Herstellung der großen Industdie und des Weltmarktes im modernen ReprĂ€sentativstaat die ausschließliche politische Herrschaft. Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen GeschĂ€fte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionĂ€re Rolle gespielt.Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen VerhĂ€ltnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natĂŒrlichen Vorgesetzten knĂŒpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch ĂŒbriggelasssen als das nackte Interesse, als die gefĂŒhllose “bare Zahlung”. Sie hat die heiligen Schauer der frommen SchwĂ€rmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbĂŒrgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertrĂ€nkt. Sie hat die persönliche WĂŒrde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieftfen und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhĂŒllten Ausbeutung die offene, unverschĂ€mtel, direkte, dĂŒrre Ausbeutung gesetzt.Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwĂŒrdigen und mit frommer Scheu betrachteten TĂ€tigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poetenl, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.Die Bourgeoisie hat dem FamilienverhĂ€ltnis seinen rĂŒhrend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines GeldverhĂ€ltnis zurĂŒckgefĂŒhrt.Die Bourgeoisie hat enthĂŒllt, wie die brutale KraftĂ€ußerung, die die Reaktion so sehr am Mittelalter bewundert, in der trĂ€gsten BĂ€renhĂ€uterei ihre passende ErgĂ€nzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die TĂ€tigkeit der Menschen zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als Ă€gyptische Pyramiden, römische Wasserleitungen und gotische Kathedralen, sie hat ganz andere ZĂŒge ausgefĂŒhrt als Völkerwanderungen und KreuzzĂŒge.Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die ProduktionsverhĂ€ltnisse, also sĂ€mtliche gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse fortwĂ€hrend zu revolutionieren. UnverĂ€nderte Beibehaltung der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung aller frĂŒheren industriellen Klassen. Die fortwĂ€hrende UmwĂ€lzung der Produktion, die ununterbrochene ErschĂŒtterung aller gesellschaftlichen ZustĂ€nde, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeoisieepoche vor allen anderen aus. Alle festen eingerosteten VerhĂ€ltnisse mit ihrem Gefolge von altehrwĂŒrdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles StĂ€ndische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nĂŒchternen Augen anzusehen.Das BedĂŒrfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz fĂŒr ihre Produkte jagt die Bourgeoisie ĂŒber die ganze Erdkugel. Überall muß sie sich einnisten, ĂŒberall anbauen, ĂŒberall Verbindungen herstellen.Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller LĂ€nder kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum großen Bedauern der ReaktionĂ€re den nationalen Boden der Industrie unter den FĂŒĂŸen weggezogen. Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch tĂ€glich vernichtet. Sie werden verdrĂ€ngt durch neue Industrien, deren EinfĂŒhrung eine Lebensfrage fĂŒr alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrien, die nicht mehr einheimische Rohstoffe, sondern den entlegensten Zonen angehörige Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden. An die Stelle der alten, durch Landeserzeugnisse befriedigten BedĂŒrfnisse treten neue, welche die Produkte der entferntesten LĂ€nder und Klimate zu ihrer Befriedigung erheischen. An die Stelle der alten lokalen und nationalen SelbstgenĂŒgsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige AbhĂ€ngigkeit der Nationen voneinander. Und wie in der materiellen, so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und BeschrĂ€nktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur.Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktions- instrumente, durch die unendlich erleichterten Kommunikationen alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnĂ€ckigsten Fremdenhaß der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehn wollen; sie zwingt sie, die sogenannte Zivilisation bei sich selbst einzufĂŒhren, d.h. Bourgeois zu werden. Mit einem Worte, sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.Die Bourgeoisie hat das Land der Herrschaft der StĂ€dte unterworfen. Sie hat enorme StĂ€dte geschaffen, sie hat die Zahl der stĂ€dtischen Bevölkerung gegenĂŒber der lĂ€ndlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen. Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und halbbarbarischen LĂ€nder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den Bourgeoisvölkern, den Orient vom Okzident abhĂ€ngig gemacht.Die Bourgeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf. Sie hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen HĂ€nden konzentriert. Die notwendige Folge hiervon war die politische Zentralisation. UnabhĂ€ngigel, fast nur verbĂŒndete Provinzen mit verschiedenen Interessen, Gesetzen, Regierungen und Zöllen wurden zusammengedrĂ€ngt in eine Nation, eine Regierung, ein Gesetz, ein nationales Klasseninteresse, eine Douanenlinie.Die Bourgeoisie hat in ihrer kaum hundertjĂ€hrigen Klassenherrschaft massenhaftere und kolossalere ProduktionskrĂ€fte geschaffen als alle vergangenen Generationen zusammen. Unterjochung der NaturkrĂ€fte, Maschine- rie, Anwendung der Chemie auf Industrie und Ackerbau, Dampfschiffahrt, Eisenbahnen, elektrische Telegraphen, Urbarmachung ganzer Weltteile, Schiffbarmachung der FlĂŒsse, ganze aus dem Boden hervorgestampfte Bevölkerungen – welches frĂŒhere Jahrhundert ahnte, daß solche ProduktionskrĂ€fte im Schoß der gesellschaftlichen Arbeit schlummerten.Wir haben also gesehn: Die Produktions- und Verkehrsmittel, auf deren Grundlage sich die Bourgeoisie heranbildete, wurden in der feudalen Gesellschaft erzeugt. Auf einer gewissen Stufe der Entwicklung dieser Produktions- und Verkehrsmittel entsprachen die VerhĂ€ltnisse, worin die feudale Gesellschaft produzierte und austauschte, die feudale Organisation der Agrikultur und Manufaktur, mit einem Wort die feudalen EigentumsverhĂ€ltnisse den schon entwickelten ProduktivkrĂ€ften nicht mehr. Sie hemmten die Produktion, statt sie zu fördern. Sie verwandelten sich in ebenso viele Fesseln. Sie mußten gesprengt werden, sie wurden gesprengt.An ihre Stelle trat die freie Konkurrenz mit der ihr angemessenen gesellschaftlichen und politischen Konstitution, mit der ökonomischen und politischen Herrschaft der Bourgeoisklasse.Unter unsern Augen geht eine Ă€hnliche Bewegung vor. Die bĂŒrgerlichen Produktions- und VerkehrsverhĂ€ltnisse, die bĂŒrgerlichen EigentumsverhĂ€ltnisse, die moderne bĂŒrgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor. Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen ProduktivkrĂ€fte gegen die modernen ProduktionsverhĂ€ltnisse, gegen die EigentumsverhĂ€ltnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind. Es genĂŒgt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bĂŒrgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen ProduktivkrĂ€fte regelmĂ€ĂŸig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen frĂŒheren Epochen als ein Widersinn erschienen wĂ€re – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurĂŒckversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zuviel Zivilisation, zuviel Lebensmittel, zuviel Industrie, zuviel Handel besitzt. Die ProduktivkrĂ€fte, die ihr zur VerfĂŒgung stehen, dienen nicht mehr zur Beförderung der bĂŒrgerlichen EigentumsverhĂ€ltnisse; im Gegenteil, sie sind zu gewaltig fĂŒr diese VerhĂ€ltnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt; und sobald sie dies Hemmnis ĂŒberwinden, bringen sie die ganze bĂŒrgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefĂ€hrden sie die Existenz des bĂŒrgerlichen Eigentums. Die bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch ĂŒberwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von ProduktivkrĂ€ften; andererseits durch die Eroberung neuer MĂ€rkte und die grĂŒndlichere Ausbeutung alter MĂ€rkte. Wodurch also? Dadurch, daß sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richtet sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst.Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die MĂ€nner gezeugt, die diese Waffen fĂŒhren werden – die modernen Arbeiter, die Proletatier.In demselben Maße, worin sich die Bourgeoisie, d.h. das Kapital, entwickelt, in demselben Maße entwickelt sich das Proletariat, die Klasse der modernen Arbeiter, die nur solange leben, als sie Arbeit finden, und die nur so lange Arbeit finden, als ihre Arbeit das Kapital vermehrt. Diese Arbeiter, die sich stĂŒckweis verkaufen mĂŒssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmĂ€ĂŸig allen WechselfĂ€llen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.Die Arbeit der Proletarier hat durch die Ausdehnung der Maschinerie und die Teilung der Arbeit allen selbstĂ€ndigen Charakter und damit allen Reiz fĂŒr die Arbeiter verloren. Er wird ein bloßes Zubehör der Maschine, von dem nur der einfachste, eintönigste, am leichtesten erlernbare Handgriff verlangt wird. Die Kosten, die der Arbeiter verursacht, beschrĂ€nken sich daher fast nur auf die Lebensmittel, die er zu seinem Unterhalt und zur Fortpflanzung seiner Race bedarf. Der Preis einer Ware, also auch der Arbeit, ist aber gleich ihren Produktionskosten. In demselben Maße, in dem die WiderwĂ€rtigkeit der Arbeit wĂ€chst, nimmt daher der Lohn ab. Noch mehr, in demselben Maße, wie Maschinerie und Teilung der Arbeit zunehmen, in demselben Maße nimmt auch die Masse der Arbeit zu, sei es durch Vermehrung der Arbeitsstunden, sei es durch Vermehrung der in einer gegebenen Zeit geforderten Arbeit, beschleunigten Lauf der Maschinen usw.Die moderne Industrie hat die kleine Werkstube des patriarchalischen Meisters in die große Fabrik des industriellen Kapitalisten verwandelt. Arbeitermassen, in der Fabrik zusammengedrĂ€ngt, werden soldatisch organisiert. Sie werden als gemeine Industriesoldaten unter die Aufsicht einer vollstĂ€ndigen Hierarchie von Unteroffizieren und Offizieren gestellt. Sie sind nicht nur Knechte der Bourgeoisklasse, des Bourgeoisstaates, sie sind tĂ€glich und stĂŒndlich geknechtet von der Maschine, von dem Aufseher und vor allem von den einzelnen fabrizierenden Bourgeois selbst. Diese Despotie ist um so kleinlicher, gehĂ€ssiger, erbitterter, je offener sie den Erwerb als ihren Zweck proklamiert.Je weniger die Handarbeit Geschicklichkeit und KraftĂ€ußerung erheischt, d.h. je mehr die moderne Industrie sich entwickelt, desto mehr wird die Arbeit der MĂ€nner durch die der Weiber verdrĂ€ngt. Geschlechts- und Altersunterschiede haben keine gesellschaftliche Geltung mehr fĂŒr die Arbeiterklasse. Es gibt nur noch Arbeitsinstrumente, die je nach Alter und Geschlecht verschiedene Kosten machen.Ist die Ausbeutung des Arbeiters durch den Fabrikanten so weit beendigt, daß er seinen Arbeitslohn bar ausgezahlt erhĂ€lt, so fallen die andern Teile der Bourgeoisie ĂŒber ihn her, der Hausbesitzer, der KrĂ€mer, der Pfandleiher usw.Die bisherigen kleinen MittelstĂ€nde, die kleinen Industriellen, Kaufleute und Rentiers, die Handwerker und Bauern, alle diese Klassen fallen ins Proletariat hinab, teils dadurch, daß ihr kleines Kapital fĂŒr den Betrieb der großen Industrie nicht ausreicht und der Konkurrenz mit den grĂ¶ĂŸeren Kapitalisten erliegt, teils dadurch, daß ihre Geschicklichkeit von neuen Produktionsweisen entwertet wird. So rekrutiert sich das Proletariat aus allen Klassen der Bevölkerung.Das Proletariat macht verschiedene Entwicklungsstufen durch. Sein Kampf gegen die Bourgeoisie beginnt mit seiner Existenz.Im Anfang kĂ€mpfen die einzelnen Arbeiter, dann die Arbeiter einer Fabrik, dann die Arbeiter eines Arbeitszweiges an einem Ort gegen den einzelnen Bourgeois, der sie direkt ausbeutet. Sie richten ihre Angriffe nicht nur gegen die bĂŒrgerlichen ProduktionsverhĂ€ltnisse, sie richten sie gegen die ProduktionsverhĂ€ltnisse selbst; die vernichten die fremden konkurrierenden Waren, sie zerschlagen die Maschinen, sie stecken die Fabriken in Brand, sie suchen die untergegangene Stellung des mittel alterlichen Arbeiters wiederzuerringen.Auf dieser Stufe bilden die Arbeiter eine ĂŒber das ganze Land zerstreute und durch die Konkurrenz zersplitterte Masse. Massenhaftes Zusammenhalten der Arbeiter ist noch nicht die Folge ihrer eigenen Vereinigung, sondern die Folge der Vereinigung der Bourgeoisie, die zur Erreichung ihrer eigenen politischen Zwecke das ganze Proletariat in Bewegung setzen muß und es einstweilen noch kann. Auf dieser Stufe bekĂ€mpfen die Proletarier also nicht ihre Feinde, sondern die Feinde ihrer Feinde, die Reste der absoluten Monarchie, die GrundeigentĂŒmer, die nichtindustrielle Bourgeoisie, die KleinbĂŒrger. Die ganze geschichtliche Bewegung ist so in den HĂ€nden der Bourgeoisie konzentriert; jeder Sieg, der so errungen wird, ist ein Sieg der Bourgeoisie.Aber mit der Entwicklung der Industrie vermehrt sich nicht nur das Proletariat; es wird in grĂ¶ĂŸeren Massen zusammengedrĂ€ngt, seine Kraft wĂ€chst, und es fĂŒhlt sie mehr. Die Interessen, die Lebenslagen innerhalb des Proletariats gleichen sich immer mehr aus, indem die Maschinerie mehr und mehr die Unterschiede der Arbeit verwischt und den Lohn fast ĂŒberall auf ein gleich niedriges Niveau herabdrĂŒckt. Die wachsende Konkurrenz der Bourgeoisie unter sich und die daraus hervorgehenden Handelskrisen machen den Lohn der Arbeiter immer schwankender; die immer rascher sich entwickelnde, unaufhörliche Verbesserung der Maschinerie macht ihre ganze Lebensstellung immer unsicherer; immer mehr nehmen die Kollisionen zwischen dem einzelnen Arbeiter und dem einzelnen Bourgeois den Charakter von Kollisionen zweier Klassen an. Die Arbeiter beginnen damit, Koalitionen gegen die Bourgeios zu bilden; sie treten zusammen zur Behauptung ihres Arbeitslohns. Sie stiften selbst dauernde Assoziationen, um sich fĂŒr die gelegentlichen Empörungen zu verproviantieren. Stellenweis bricht der Kampf in Emeuten aus.Von Zeit zu Zeit siegen die Arbeiter, aber nur vorĂŒbergehend. Das eigentliche Resultat ihrer KĂ€mpfe ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung der Arbeiter. Sie wird befördert durch die wachsenden Kommunikationsmittel, die von der großen Industrie erzeugt werden und die Arbeiter der verschiedenen LokalitĂ€ten miteinander in Verbindung setzen. Es bedarf aber bloß der Verbindung, um die vielen LokalkĂ€mpfe von ĂŒberall gleichem Charakter zu einem nationalen, zu einem Klassenkampf zu zentralisieren. Jeder Klassenkampf ist aber ein politischer Kampf. Und die Vereinigung, zu der die BĂŒrger des Mittelalters mit ihren Vizinalwegen Jahrhunderte bedurften, bringen die modernen Proletarier mit den Eisenbahnen in wenigen Jahren zustande.Diese Organisation der Proletarier zur Klasse, und damit zur politschen Partei, wird jeden Augenblick wieder gesprengt durch die Konkurrenz unter den Arbeitern selbst. Aber sie ersteht immer wieder, stĂ€rker, fester, mĂ€chtiger. Sie erzwingt die Anerkennung einzelner Interessen der Arbeiter in Gesetzesform, indem sie die Spaltungen der Bourgeoisie unter sich benutzt. So die Zehnstundenbill in England.Die Kollisionen der alten Gesellschaft ĂŒberhaupt fördern mannigfach den Entwicklungsgang des Proletariats. Die Bourgeoisie befindet sich in fortwĂ€hrendem Kampfe: anfangs gegen die Aristokratie; spĂ€ter gegen die Teile der Bourgeiosie selbst, deren Interessen mit dem Fortschritt der Industrie in Widerspruch geraten; stets gegen die Bourgeoisie aller auswĂ€rtigen LĂ€nder. In allen diesen KĂ€mpfen sieht sie sich genötigt, an das Proletariat zu appellieren, seine HĂŒlfe in Anspruch zu nehmen und es so in die politische Bewegung hineinzureißen. Sie selbst fĂŒhrt also dem Proletariat ihre eigenen Bildungselemente, d.h. Waffen gegen sich selbst, zu.Es werden ferner, wie wir sahen, durch den Fortschritt der Industrie ganze Bestandteile der herrschenden Klasse ins Proletariat hinabgeworfen oder wenigstens in ihren Lebensbedingungen bedroht. Auch sie fĂŒhren dem Proletariat eine Masse Bildungselemente zu.In Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nĂ€hert, nimmt der Auflösungsprozeß innerhalb der herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft, einen so heftigen, so grellen Charakter an, daß ein kleiner Teil der herrschenden Klasse sich von ihr lossagt und sich der revolutionĂ€ren Klasse anschließt, der Klasse, welche die Zukunft in ihren HĂ€nden trĂ€gt. Wie daher frĂŒher ein Teil des Adels zur Bourgeoisie ĂŒberging, so geht jetzt ein Teil der Bourgeoisie zum Proletariat ĂŒber, und namentlich ein Teil der Bourgeoisideologen, welche zum theoretischen VerstĂ€ndnis der ganzen geschichtlichen Bewegung sich hinaufgearbeitet haben.Von allen Klassen, welche heutzutage der Bourgeoisie gegenĂŒberstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionĂ€re Klasse. Die ĂŒbrigen Klassen verkommen und gehen unter mit der großen Industrie, das Proletariat ist ihr eigenstes Produkt.Die MittelstĂ€nde, der kleine Industrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerker, der Bauer, sie alle bekĂ€mpfen die Bourgeoisie, um ihre Existenz als MittelstĂ€nde vor dem Untergang zu sichern. Sie sind also nicht revolutionĂ€r, sondern konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionĂ€r, sie suchen das Rad der Geschichte zurĂŒckzudrehen. Sind sie revolutionĂ€r, so sind sie es im Hinblick auf den ihnen bevorstehensen Übergang ins Proletariat, so verteidigen sie nicht ihre gegenwĂ€rtigen, sondern ihre zukĂŒnftigen Interessen, so verlassen sie ihren eigenen Standpunkt, um sich auf den des Proletariats zu stellen.Das Lumpenproletariat, diese passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft, wird durch eine proletarische Revolution stellenweise in die Bewegung hineingeschleudert, seiner ganzen Lebenslage nach wird es bereitwilliger sein, sich zu reaktionĂ€ren Umtrieben erkaufen zu lassen.Die Lebensbedingungen der alten Gesellschaft sind schon vernichtet in den Lebensbedingungen des Proletariats. Der Proletarier ist eigentumslos; sein VerhĂ€ltnis zu Weib und Kindern hat nichts mehr gemein mit dem bĂŒrgerlichen FamilienverhĂ€ltnis; die moderne industrielle Arbeit, die moderne Unterjochung unter das Kapital, dieselbe in England wie in Frankreich, in Amerika wie in Deutschland, hat ihm allen nationalen Charakter abgestreift. Die Gesetze, die Moral, die Religion sind fĂŒr ihn ebenso viele bĂŒrgerliche Vorurteile, hinter denen sich ebenso viele bĂŒrgerliche Interessen verstecken.Alle frĂŒheren Klassen, die sich die Herrschaft eroberten, suchten ihre schon erworbene Lebensstellung zu sichern, indem sie die ganze Gesellschaft den Bedingungen ihres Erwerbs unterwarfen. Die Proletarier können sich die gesellschaftlichen ProduktivkrĂ€fte nur erobern, indem die ihre eigene bisherige Aneignungsweise und damit die ganze bisherige Aneignungsweise abschaffen. Die Proletarier haben nichts von dem Ihrigen zu sichern, sie haben alle bisherigen Privatsicherheiten und Privatversicherungen zu zerstören.Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von MinoritĂ€ten oder im Interesse von MinoritĂ€ten. Die proletarische Bewegung ist die selbstĂ€ndige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl. Das Proletariat, die unterste Schichte der jetzigen Gesellschaft, kann sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne daß der ganze Überbau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft bilden, in die Luft gesprengt wird.Obgleich nicht dem Inhalt, ist die Form nach der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zunĂ€chst ein nationaler. Das Proletariat eines jeden Landes muß natĂŒrlich zuerst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig werden.Indem wir die allgemeinsten Phasen der Entwicklung des Proletariats zeichneten, verfolgten wir den mehr oder minder versteckten BĂŒrgerkrieg innerhalb der bestehenden Gesellschaft bis zu dem Punkt, wo er in eine offene Revolution ausbricht und durch den gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie das Proletariat seine Herrschaft begrĂŒndet.Alle bisherige Gesellschaft beruhte, wie wir gesehn haben, auf dem Gegensatz unterdrĂŒckender und unterdrĂŒckter Klassen. Um aber eine Klasse unterdrĂŒcken zu können, mĂŒssen ihr Bedingungen gesichert sein, innerhalb derer sie wenigstens ihre knechtische Existenz fristen kann. Der Leibeigene hat sich zum Mitglied der Kommune in der Leibeigenschaft herangearbeitet wie der KleinbĂŒrger zum Bourgeois unter dem Joch des feudalistischen Absolutismus. Der moderne Arbeiter dagegen, statt sich mit dem Fortschritt der Industrie zu heben, sinkt immer tiefer unter die Bedingungen seiner eigenen Klasse herab. Der Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich noch schneller als Bevölkerung und Reichtum. Es tritt hiermit offen hervor, daß die Bourgeoisie unfĂ€hig ist, noch lĂ€nger die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben und die Lebensbedingungen ihrer Klasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen. Sie ist unfĂ€hig zu herrschen, weil sie unfĂ€hig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zu sichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie ihn ernĂ€hren muß, statt von ihm ernĂ€hrt zu werden. Die Gesellschaft kann nicht mehr unter ihr leben, d.h. ihr Leben ist nicht mehr vertrĂ€glich mit der Gesellschaft.Die wesentliche Bedingung fĂŒr die Existenz und fĂŒr die Herrschaft der Bourgeoisklasse ist die AnhĂ€ufung des Reichtums in den HĂ€nden von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit. Die Lohnarbeit beruht ausschließlich auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich. Der Fortschritt der Industrie, dessen willenloser und widerstandsloser TrĂ€ger die Bourgeoisie ist, setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz ihre revolutionĂ€re Vereinigung durch die Assoziation. Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den FĂŒĂŸen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen TotengrĂ€ber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.II Proletarier und KommunistenIn welchem VerhĂ€ltnis stehen die Kommunisten zu den Proletariern ĂŒberhaupt?Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenĂŒber den andern Arbeiterparteien.Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.Sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen.Die Kommunisten unterscheiden sich von den ĂŒbrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß sie einerseits in den verschiedenen nationalen KĂ€mpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der NationalitĂ€t unabhĂ€ngigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, andrerseits dadurch, daß sie in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchlĂ€uft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten.Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weitertreibende Teil der Arbeiterparteien aller LĂ€nder; sie haben theoretisch vor der ĂŒbrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.Der nĂ€chste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie aller ĂŒbrigen proletarischen Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisieherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.Die theoretischen SĂ€tze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind.Sie ist nur allgemeine AusdrĂŒcke tatsĂ€chlicher VerhĂ€ltnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unsern Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung. Die Abschaffung bisheriger EigentumsverhĂ€ltnisse ist nichts den Kommunismus eigentĂŒmlich Bezeichnendes.Alle EigentumsverhĂ€ltnisse waren einem bestĂ€ndigen geschichtlichen Wechsel, einer bestĂ€ndigen geschichtlichen VerĂ€nderung unterworfen.Die Französische Revolution z.B. schaffte das Feudaleigentum zugunsten des bĂŒrgerlichen ab.Was den Kommunismus auszeichnet, ist nicht die Abschaffung des Eigentums ĂŒberhaupt, sondern die Abschaffung des bĂŒrgerlichen Eigentums.Aber das moderne bĂŒrgerliche Privateigentum ist der letzte und vollendetste Ausdruck der Erzeugung und Aneignung der Produkte, die auf KlassengegensĂ€tzen, auf der Ausbeutung der einen durch die andern beruht.In diesem Sinn können die Kommunisten ihre Theorie in dem einen Ausdruck: Aufhebung des Privateigentums, zusammenfassen.Man hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene, selbsterarbeitete Eigentum abschaffen; das Eigentum, welches die Grundlage aller persönlichen Freiheit, TĂ€tigkeit und SelbstĂ€ndigkeit bilde.Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem kleinbĂŒrgerlichen, kleinbĂ€uerlichen Eigentum, welches dem bĂŒrgerlichen Eigentum vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung der Industrie hat es abgeschafft und schafft es tĂ€glich ab.Oder sprecht ihr vom modernen bĂŒrgerlichen Privateigentum?Schafft aber die Lohnarbeit, die Arbeit des Proletariers ihm Eigentum? Keineswegs. Sie schafft das Kapital, d.h. das Eigentum, welches die Lohnarbeit ausbeutet, welches sich nur unter der Bedingung vermehren kann, daß es neue Lohnarbeit erzeugt, um sie von neuem auszubeuten. Das Eigentum in seiner heutigen Gestalt bewegt sich in dem Gegensatz von Kapital und Lohnarbeit. Betrachten wir die beiden Seiten dieses Gegensatzes.Kapitalist sein, heißt nicht nur eine rein persönliche, sondern eine gesellschaftliche Stellung in der Produktion einnehmen. Das Kapital ist ein gemeinschaftliches Produkt und kann nur durch eine gemeinsame TĂ€tigkeit vieler Mitglieder, ja in letzter Instanz nur durch die gemeinsame TĂ€tigkeit aller Mitglieder der Gesellschaft in Bewegung gesetzt werden.Das Kapital ist also keine persönliche, es ist eine gesellschaftliche Macht.Wenn also das Kapital in gemeinschaftliches, allen Mitgliedern der Gesellschaft angehöriges Eigentum verwandelt wird, so verwandelt sich nicht persönliches Eigentum in gesellschaftliches. Nur der gesellschaftliche Charakter des Eigentums verwandelt sich. Er verliert seinen Klassencharakter.Kommen wir zur Lohnarbeit:Der Durchschnittspreis der Lohnarbeit ist das Minimum des Arbeitslohnes, d.h. die Summe der Lebensmittel, die notwendig sind, um den Arbeiter als Arbeiter am Leben zu erhalten. Was also der Lohnarbeiter durch seine TĂ€tigkeit sich aneignet, reicht bloß dazu hin, um sein nacktes Leben wieder zu erzeugen. Wir wollen diese persönliche Aneignung der Arbeitsprodukte zur Wiedererzeugung des unmittelbaren Lebens keineswegs abschaffen, eine Aneignung, die keine Reinertrag ĂŒbriglĂ€ĂŸt, der Macht ĂŒber fremde Arbeit geben könnte. Wir wollen nur den elenden Charakter dieser Aneignung aufheben, worin der Arbeiter nur lebt, um das Kapital zu vermehren, nur so weit lebt, wie es das Interesse der herrschenden Klasse erheischt.In der bĂŒrgerlichen Gesellschaft ist die lebendige Arbeit nur ein Mittel, die aufgehĂ€ufte Arbeit zu vermehren. In der kommunistischen Gesellschaft ist die aufgehĂ€ufte Arbeit nur ein Mittel, um den Lebensprozeß der Arbeiter zu erweitern, zu bereichern, zu befördern.In der bĂŒrgerlichen Gesellschaft herscht also die Vergangenheit ĂŒber die Gegenwart, in der kommunistischen die Gegenwart ĂŒber die Vergangenheit. In der bĂŒrgerlichen Gesellschaft ist das Kapital selbstĂ€ndig und persönlich, wĂ€hrend das tĂ€tige Individuum unselbstĂ€ndig und unpersönlich ist.Und die Aufhebung dieses VerhĂ€ltnisses nennt die Bourgeoisie Aufhebung der Persönlichkeit und Freiheit! Und mit Recht. Es handelt sich allerdings um die Aufhebung der Bourgeois-Persönlichkeit, -SelbstĂ€ndigkeit und -Freiheit.Unter Freiheit versteht man innerhalb der jetzigen bĂŒrgerlichen ProduktionsverhĂ€ltnisse den freien Handel, den freien Kauf und Verkauf.FĂ€llt aber der Schacher, so fĂ€llt auch der freie Schacher. Die Redensarten vom freien Schacher, wie alle ĂŒbrigen Freiheitsbravaden unserer Bourgeoisie, haben ĂŒberhaupt nur einen Sinn gegenĂŒber dem gebundenen Schacher, gegenĂŒber dem geknechteten BĂŒrger des Mittelalters, nicht aber gegenĂŒber der kommunistischen Aufhebung des Schachers, der bĂŒrgerlichen ProduktionsverhĂ€ltnisse und der Bourgeoisie selbst.Ihr entsetzt euch darĂŒber, daß wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum fĂŒr neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben; es existiert gerade dadurch, daß es fĂŒr neun Zehntel nicht existiert. Ihr werft uns also vor, daß wir ein Eigentum aufheben wollen, welches die Eigentumslosigkeit der ungeheuren Mehrzahl der Gesellschaft als notwendige Bedingung voraussetzt.Ihr werft uns mit einem Worte vor, daß wir euer Eigentum aufheben wollen. Allerdings, das wollen wir.Von dem Augenblick an, wo die Arbeit nicht mehr in Kapital, Geld, Grundrente, kurz, in eine monopolisierbare gesellschaftliche Macht verwandelt werden kann, d.h. von dem Augenblick, wo das persönliche Eigentum nicht mehr in bĂŒrgerliches umschlagen kann, von dem Augenblick an erklĂ€rt ihr, die Person sei aufgehoben.Ihr gesteht also, daß ihr unter der Person niemanden anders versteht als den Bourgeois, den bĂŒrgerlichen EigentĂŒmer. Und diese Person soll allerdings aufgehoben werden.Der Kommunismus nimmt keinem die Macht, sich gesellschaftliche Produkte anzueignen, er nimmt nur die Macht, sich durch diese Aneignung fremde Arbeit zu unterjochen.Man hat uns eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigentums werde alle TĂ€tigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreißen.Hiernach mĂŒĂŸte die bĂŒrgerliche Gesellschaft lĂ€ngst an der TrĂ€gheit zugrunde gegangen sein; denn die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und die in ihr erwerben, arbeiten nicht. Das ganze Bedenken lĂ€uft auf die Tautologie hinaus, daß es keine Lohnarbeit mehr gibt, sobald es kein Kapital mehr gibt.Alle EinwĂŒrfe, die gegen die kommunistische Aneignungs- und Produktionsweise der materiellen Produkte gerichtet werden, sind ebenso auf die Aneignung und Produktion der geistigen Produkte ausgedehnt worden. Wie fĂŒr den Bourgeois das Aufhören des Klasseneigentums das Aufhören der Produktion selbst ist, so ist fĂŒr ihn das Aufhören der Klassenbildung identisch mit dem Aufhören der Bildung ĂŒberhaupt.Die Bildung, deren Verlust er damit bedauert, ist fĂŒr die enorme Mehrzahl die Heranbildung zur Maschine.Aber streitet nicht mit uns, indem ihr an euren bĂŒrgerlichen Vorstellungen von Freiheit, Bildung, Recht usw. die Abschaffung des bĂŒrgerlichen Eigentums meßt. Eure Ideen selbst sind Erzeugnisse der bĂŒrgerlichen Produktions- und EigentumsverhĂ€ltnisse, wie euer Recht nur der zum Gesetz erhobene Wille eurer Klasse ist, ein Wille, dessen Inhalt gegeben ist in den materiellen Lebensbedingungen eurer Klasse.Die interessierte Vorstellung, worin ihr eure Produktions- und Eigentums- verhĂ€ltnisse aus geschichtlichen, in dem Lauf der Produktion vorĂŒbergehenden VerhĂ€ltnissen in ewige Natur- und Vernunftgesetze verwandelt, teilt ihr mit allen untergegangenen herrschenden Klassen. Was ihr fĂŒr das antike Eigentum begreift, was ihr fĂŒr das feudale Eigentum begreift, dĂŒrft ihr nicht meht begreifen fĂŒr das bĂŒrgerliche Eigentum.Aufhebung der Familie! Selbst die Radikalen ereifern sich ĂŒber diese schĂ€ndliche Absicht der Kommunisten.Worauf beruht die gegenwĂ€rtige, die bĂŒrgerliche Familie? Auf dem Kapital, auf dem Privaterwerb. VollstĂ€ndig entwickelt existiert sie nur fĂŒr die Bourgeoisie; aber sie findet ihre ErgĂ€nzung in der erzwungenen Familienlosigkeit der Proletarier und der öffentlichen Prostitution.Die Familie der Bourgeois fĂ€llt natĂŒrlich weg mit dem Wegfallen dieser ihrer ErgĂ€nzung, und beide verschwinden mit dem Verschwinden des Kapitals.Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein.Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten VerhĂ€ltnisse auf, indem wir an die Stelle der hĂ€uslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen.Und ist nicht auch eure Erziehung durch die Gesellschaft bestimmt? Durch die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse, innerhalb derer ihr erzieht, durch die direktere oder indirektere Einmischung der Gesellschaft, vermittelt der Schule usw.? Die Kommunisten erfinden nicht die Einwirkung der Gesellschaft auf die Erziehung; sie verĂ€ndern nur ihren Charakter, sie entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse.Die bĂŒrgerlichen Redensarten ĂŒber Familie und Erziehung, ĂŒber das traute VerhĂ€ltnis von Eltern und Kindern werden um so ekelhafter, je mehr infolge der großen Industrie alle Familienbande fĂŒr die Proletarier zerrissen und die Kinder in einfache Handelsartikel und Arbeitsinstrumente verwandelt werden.Aber ihr Kommunisten wollt die Weibergemeinschaft einfĂŒhren, schreit uns die ganze Bourgeoisie im Chor entgegen.Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein bloßes Produktionsinstrument. Er hört, daß die Produktionsinstrumente gemeinschaftlich ausgebeutet werden sollen, und kann sich natĂŒrlich nichts anderes denken, als daß das Los der Gemeinschaftlichkeit die Weiber gleichfalls treffen wird.Er ahnt nicht, daß es sich eben darum handelt, die Stellung der Weiber als bloßer Produktionsinstrumente aufzuheben.Übrigens ist nichts lĂ€cherlicher als das hochmoralische Entsetzen unsrer Bourgeois ĂŒber die angebliche offizielle Weibergemeinschaft der Kommunisten. Die Kommunisten brauchen die Weibergemeinschaft nicht einzufĂŒhren, sie hat fast immer existiert.Unsre Bourgeois, nicht zufrieden damit, daß ihnen die Weiber und Töchter ihrer Proletarier zur VerfĂŒgung stehen, von der offiziellen Prostitution gar nicht zu sprechen, finden ein HauptvergnĂŒgen darin, ihre Ehefrauen wechselseitig zu verfĂŒhren.Die bĂŒrgerliche Ehe ist in Wirklichkeit die Gemeinschaft der Ehefrauen. Man könnte höchstens den Kommunisten vorwerfen, daß sie an die Stelle einer heuchlerisch versteckten eine offizielle, offenherzige Weibergemeinschaft einfĂŒhren wollten. Es versteht sich ĂŒbrigens von selbst, daß mit der Aufhebung der jetzigen ProduktionsverhĂ€ltnisse auch die aus ihnen hervorgehende Weibergemeinschaft, d.h. die offizielle und nichtoffizielle Prostitution, verschwindet.Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die NationalitĂ€t abschaffen.Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunĂ€chst sich die politsche Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.Die nationalen Absonderungen und GegensĂ€tze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden LebensverhĂ€ltnisse.Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten LĂ€nder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung.In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben.Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fĂ€llt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander.Die Anklagen gegen den Kommunismus, die von religiösen, philosophischen und ideologischen Gesichtspunkten ĂŒberhaupt erhoben werden, verdienen keine ausfĂŒhrliche Erörterung.Bedarf es tiefer Einsicht, um zu begreifen, daß mit den LebensverhĂ€ltnissen der Menschen, mit ihren gesellschaftlichen Beziehungen, mit ihrem gesellschaftlichen Dasein, auch ihre Vorstellungen, Anschauungen und Begriffe, mit einem Worte auch ihr Bewußtsrin sich Ă€ndert?Was beweist die Geschichte der Ideen anders, als daß die geistige Produktion sich mit der materiellen umgestaltet? Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.Man spricht von Ideen, welche eine ganze Gesellschaft revolutionieren; man spricht damit nur die Tatsache aus, daß sich innerhalb der alten Gesellschaft die Elemente einer neuen gebildet haben, daß mit der Auflösung der alten LebensverhĂ€ltnisse die Auflösung der alten Ideen gleichen Schritt hĂ€lt.Als die alte Welt im Untergang begriffen war, wurden die alten Religionen von der christlichen Religion besiegt. Als die christlichen Ideen im 18. Jahrhundert den AufklĂ€rungsideen unterlagen, rang die feudale Gesellschaft ihren Todeskampf mit der damals revolutionĂ€ren Bourgeoisie. Die Ideen der Gewissens- und Religionsfreiheit sprachen nur die Herrschaft der freien Konkurrenz auf dem Gebiet des Wissens aus.”Aber”, wird man sagen, “religiöse, moralische, philosophische, politische, rechtliche Ideen usw. modifizieren sich allerdings im Lauf der geschichtlichen Entwicklung. Die Religionen, die Moral, die Philosophie, die Politik, das Recht erhielten sich stets in diesem Wechsel.Es gibt zudem ewige Wahrheiten, wie Freiheit, Gerechtigkeit usw., die allen gesellschaftlichen ZustĂ€nden gemeinsam sind. Der Kommunismus aber schafft die ewigen Wahrheiten ab, er schafft die Religion ab, die Moral, statt sie neu zu gestalten, er widerspricht also allen bisherigen geschichtlichen Entwicklungen.”Worauf reduziert sich diese Anklage? Die Geschichte der ganzen bisherigen Gesellschaft bewegte sich in KlassengegensĂ€tzen, die in den verschiedenen Epochen verschieden gestaltet waren.Welche Form sie aber auch immer angenommen, die Ausbeutung des einen Teils der Gesellschaft durch den andern ist eine allen vergangenen Jahrhunderten gemeinsame Tatsache. Kein Wunder daher, daß das gesellschaftliche Bewußtsein aller Jahrhunderte, aller Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit zum Trotz, in gewissen gemeinsamen Formen sich bewegt, in Bewußtseinsformen, die nur mit dem gĂ€nzlichen Verschwinden des Klassengegensatzes sich vollstĂ€ndig auflösen.Die kommunistische Revolution ist das radikalste Brechen mit den ĂŒberlieferten EigentumsverhĂ€ltnissen; kein Wunder, daß in ihrem Entwicklungsgange am radikalsten mit den ĂŒberlieferten Ideen gebrochen wird.Doch lassen wir die EinwĂŒrfe der Bourgeoisie gegen den Kommunismus.Wir sahen schon oben, daß der erste Schritt in der Arbeiterrevolution die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die ErkĂ€mpfung der Demokratie ist.Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den HĂ€nden des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der ProduktionskrĂ€fte möglichst rasch zu vermehren.Es kann dies natĂŒrlich zunĂ€chst nur geschehn vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bĂŒrgerlichen ProduktionsverhĂ€ltnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung ĂŒber sich selbst hinaustreiben und als Mittel zur UmwĂ€lzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich sind.
Diese Maßregeln werden natĂŒrlich je nach den verschiedenen LĂ€ndern verschieden sein.FĂŒr die fortgeschrittensten LĂ€nder werden jedoch die folgenden ziemlich allgemein in Anwendung kommen können:Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu StaatsausgabenStarke Progressivsteuer.Abschaffung des Erbrechts.Konfiskation des Eigentums aller Emigranten und Rebellen.Zentralisation des Kredits in den HĂ€nden des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.Zentralisation des Transportwesens in den HĂ€nden desStaatsVermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der LĂ€ndereien nach einem gemeinschaftlichen Plan.Gleicher Arbeitszwang fĂŒr alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders fĂŒr den Ackerbau.Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmĂ€hliche Beseitigung des Unterschieds von Stadt und Land.öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder. Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion usw.Sind im Laufe der Entwicklung die Klassenunterschiede verschwunden und ist alle Produktion in den HĂ€nden der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur UnterdrĂŒckung einer andern. Wenn das Proletariat im Kampfe gegen die Bourgeoisie sich notwendig zur Klasse vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten ProduktionsverhĂ€ltnisse aufhebt, so hebt es mit diesen ProduktionsverhĂ€ltnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen ĂŒberhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf.An die Stelle der alten bĂŒrgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und KlassengegensĂ€tzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung fĂŒr die freie Entwicklung aller ist.III Sozialistische und kommunistische Literatur1. Der reaktionĂ€re Sozialismusa) Der feudale SozialismusDie französische und englische Aristokratie war ihrer geschichtlichen Stellung nach dazu berufen, Pamphlete gegen die moderne bĂŒrgerliche Gesellschaft zu schreiben. In der französischen Julirevolution von 1830, in der englischen Reformbewegung war sie noch einmal dem verhaßten Emporkömmlung erlegen. Von einem ernsten politischen Kampfe konnte nicht mehr die Rede sein. Nur der literarische Kampf blieb ihr ĂŒbrig. Aber auch auf dem Gebiete der Literatur waren die alten Redensarten der Restaurationszeit unmöglich geworden. Um Sympathie zu erregen, mußte die Aristokratie scheinbar ihre Interessen aus dem Auge verlieren und nur im Interesse der exploitierten Arbeiterklasse ihren Anklageakt gegen die Bourgeoisie formulieren. Sie bereitete so die Genugtuung vor, SchmĂ€hlieder auf ihren neuen Herrscher singen und mehr oder minder unheilschwangere Prophezeiungen ihm ins Ohr raunen zu dĂŒrfen.Auf diese Art entstand der feudalistische Sozialismus, halb Klagelied, halb Pasquill, halb RĂŒckhall der Vergangenheit, halb DrĂ€uen der Zukunft, mitunter die Bourgeoisie ins Herz treffend durch bitteres, geistreich zerreißendes Urteil, stets komisch wirkend durch gĂ€nzliche UnfĂ€higkeit, den Gang der modernen Geschichte zu begreifen.Den proletarischen Bettelsack schwenken sie als Fahne in der Hand, um das Volk hinter sich her zu versammeln. Sooft es ihnen aber folgte, erblickte es auf ihrem Hintern die alten feudalen Wappen und verlief sich mit lautem und unehrerbietigem GelĂ€chter.Ein Teil der französischen Legitimisten und das Junge England gaben dies Schauspiel zum besten.Wenn die Feudalen beweisen, daß ihre Weise der Ausbeutung anders gestaltet war als die bĂŒrgerliche Ausbeutung, so vergessen sie nur, daß sie unter gĂ€nzlich verschiedenen und jetzt ĂŒberlebten UmstĂ€nden und Bedingungen ausbeuteten. Wenn sie nachweisen, daß unter ihrer Herrschaft nicht das moderne Proletariat existiert hat, so vergessen sie nur, daß eben die moderne Bourgeoisie ein notwendiger SprĂ¶ĂŸling ihrer Gesellschaftsordnung war.Übrigens verheimlichen sie den reaktionĂ€ren Charakter ihrer Kritik so wenig, daß ihre Hauptanklage gegen die Bourgeoisie eben darin besteht, unter ihrem Regime entwickle sich eine Klasse, welche die ganze alte Gesellschaftsordnung in die Luft sprengen werde.Sie werfen der Bourgeoisie mehr noch vor, daß sie ein revolutionĂ€res Proletariat, als daß sie ĂŒberhaupt ein Proletariat erzeugt.In der politischen Praxis nehmen sie daher an allen Gewaltmaßregeln gegen die Arbeiterklasse teil, und im gewöhnlichen Leben bequemen sie sich, allen ihren aufgeblĂ€hten Redensarten zum Trotz die goldnen Äpfel aufzulesen und Treue, Liebe, Ehre mit dem Schacher in Schafswolle, RunkelrĂŒben und Schnaps zu vertauschen.Wie der Pfaffe immer Hand in Hand ging mit dem Feudalen, so der pfĂ€ffische Sozialismus mit dem feudalistischen.Nichts leichter, als dem christlichen Asketismus einen sozialistischen Anstrich zu geben. Hat das Christentum nicht auch gegen das Privateigentum, gegen die Ehe, gegen den Staat geeifert? Hat es nicht die WohltĂ€tigkeit und den Bettel, das Zölibat und die Fleischesertötung, das Zellenleben und die Kirche an ihrer Stelle gepredigt? Der christliche Sozialismus ist nur das Weihwasser, womit der Pfaffe den Ärger des Aristokraten einsegnet.b) KleinbĂŒrgerlicher SozialismusDie feudale Aristokratie ist nicht die einzige Klasse, welche durch die Bourgeoisie gestĂŒrzt wurde, deren Lebensbedingungen in der modernen bĂŒrgerlichen Gesellschaft verkĂŒmmerten und abstarben. Das mittelalterliche PfahlbĂŒrgertum und der kleine Bauernstand waren die VorlĂ€ufer der modernen Bourgeoisie. In den weniger industriell und kommerziell entwickelten LĂ€ndern vegetiert diese Klasse noch fort neben der aufkommenden Bourgeoisie.In den LĂ€ndern, wo sich die moderne Zivilisation entwickelt hat, hat sich eine neue KleinbĂŒrgerschaft gebildet, die zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie schwebt und als ergĂ€nzender Teil der bĂŒrgerlichen Gesellschaft stets von neuem sich bildet, deren Mitglieder aber bestĂ€ndig durch die Konkurrenz ins Proletariat hinabgeschleudert werden, ja selbst mit der Entwicklung der großen Industrie einen Zeitpunkt herannahen sehen, wo sie als selbstĂ€ndiger Teil der modernen Gesellschaft gĂ€nzlich verschwinden und im Handel, in der Manufaktur, in der Agrikultur durch Arbeitsaufseher und Domestiken ersetzt werden.In LĂ€ndern wie in Frankreich, wo die Bauernklasse weit mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung ausmacht, war es natĂŒrlich, daß Schriftsteller, die fĂŒr das Proletariat gegen die Bourgeoisie auftraten, an ihre Kritik des Bourgeoisregimes den kleinbĂŒrgerlichen und kleinbĂ€uerlichen Maßstab anlegten und die Partei der Arbeiter vom Standpunkt des KleinbĂŒrgertums ergriffen. Es bildete sich so der kleinbĂŒrgerliche Sozialismus. Sismondi ist das Haupt dieser Literatur nicht nur fĂŒr Frankreich, sondern auch fĂŒr England.Dieser Sozialismus zergliederte höchst scharfsinnig die WidersprĂŒche in den modernen ProduktionsverhĂ€ltnissen. Er enthĂŒllte die gleisnerischen Beschönigungen der Ökonomen. Er wies unwiderleglich die zerstörenden Wirkungen der Maschinerie und der Teilung der Arbeit nach, die Konzentration der Kapitalien und des Grundbesitzes, die Überproduktion, die Krisen, den notwendigen Untergang der kleinen BĂŒrger und Bauern, das Elend des Proletariats, die Anarchie in der Produktion, die schreienden MißverhĂ€ltnisse in der Verteilung des Reichtums, den industriellen Vernichtungskrieg der Nationen untereinander, die Auflösung der alten Sitten, der alten FamilienverhĂ€ltnisse, der alten NationalitĂ€t.Seinem positiven Gehalte nach will jedoch dieser Sozialismus entweder die alten Produktions- und Verkehrsmittel wiederherstellen und mit ihnen die alten EigentumsverhĂ€ltnisse und die alte Gesellschaft, oder er will die modernen Produktions- und Verkehrsmittel in den Rahmen der alten EigentumsverhĂ€ltnisse, die von ihnen gesprengt wurden, gesprengt werden mußten, gewaltsam wieder einsperren. In beiden FĂ€llen ist er reaktionĂ€r und utopisch zugleich.Zunftwesen in der Manufaktur und patriarchalische Wirtschaft auf dem Lande, das sind seine letzten Worte.In ihrer weiteren Entwicklung hat sich diese Richtung in einen feigen Katzenjammer verlaufen.c) Der deutsche oder der “wahre”‘ SozialismusDie sozialistische und kommunistische Literatur Frankreichs, die unter dem Druck einer herrschenden Bourgeoisie entstand und der literarische Ausdruck des Kampfes gegen diese Herrschaft ist, wurde nach Deutschland eingefĂŒhrt zu einer Zeit, wo die Bourgeoisie soeben ihren Kampf gegen den feudalen Absolutismus begann.Deutsche Philosophen, Halbphilosophen und Schöngeister bemĂ€chtigten sich gierig dieser Literatur und vergaßen nur, daß bei der Einwanderung jener Schriften aus Frankreich die französischen LebensverhĂ€ltnisse nicht gleichzeitig nach Deutschland eingewandert waren. Den deutschen VerhĂ€ltnissen gegenĂŒber verlor die französische Literatur alle unmittelbar praktische Bedeutung und nahm ein rein literarisches Aussehen an. Als mĂŒĂŸige Spekulation ĂŒber die Verwirklichung des menschlichen Wesens mußte sie erscheinen. So hatten fĂŒr die deutschen Philosophen des 18. Jahrhunderts die Forderunger der ersten französischen Revolution nur den Sinn, Forderungen der “praktischen Vernunft” im allgemeinen zu sein, und die WillensĂ€ußerungen der revolutionĂ€ren französischen Bourgeoisie bedeuteten in ihren Augen die Gesetze des reinen Willens, des Willens, wie er sein muß, des wahrhaft menschlichen Willens.Die ausschließliche Arbeit der deutschen Literaten bestand darin, die neuen französischen Ideen mit ihrem alten philosophischen Gewissen in Einklang zu setzen oder vielmehr von ihrem philosophischen Standpunkte aus die französischen Ideen sich anzueignen.Diese Aneignung geschah in derselben Weise, wodurch man sich ĂŒberhaupt eine fremde Sprache aneignet, durch die Übersetzung.Es ist bekannt, wie die Mönche Manuskripte, worauf die klassischen Werke der alten Heidenzeit verzeichnet waren, mit abgeschmackten katholischen Heiligengeschichten ĂŒberschrieben. Die deutschen Literaten gingen umgekehrt mit der profanen französischen Literatur um. Sie schrieben ihren philosophischen Unsinn hinter das französische Original. Z.B. hinter die französische Kritik der GeldverhĂ€ltnisse schrieben sie “EntĂ€ußerung des menschlichen Wesens”, hinter die französische Kritik des Bourgeiosstaates schrieben sie “Aufhebung der Herrschaft des abstrakt Allgemeinen” usw.Die Unterschiebung dieser philosophischen Redensarten unter die französischen Entwicklungen tauften sie “Philosophie der Tat”, “wahrer Sozialismus”, “deutsche Wissenschaft des Sozialismus”, “philosophische BegrĂŒndung des Sozialismus” usw.Die französische sozialistisch-kommunistische Literatur wurde so förmlich entmannt. Und da sie in der Hand des Deutschen aufhörte, den Kampf einer Klasse gegen die andre auszudrĂŒcken, so war der Deutsche sich bewußt, die “französische Einseitigkeit” ĂŒberwunden, statt wahrer BedĂŒrfnisse das BedĂŒrfnis der Wahrheit und statt der Interessen des Proletariers die Interessen des menschlichen Wesens, des Menschen ĂŒberhaupt vertreten zu haben, des Menschen, der keiner Klasse, der ĂŒberhaupt nicht der Wirklichkeit, der nur dem Dunsthimmel der philosophischen Phantasie angehört.Dieser deutsche Sozialismus, der seine unbeholfenen SchulĂŒbungen so ernst und feierlich nahm und so marktschreierisch ausposaunte, verlor indes nach und nach seine pedantische Unschuld.Der Kampf der deutschen, namentlich der preußischen Bourgeoisie gegen die Feudalen und das absolute Königtum, mit einem Wort, die liberale Bewegung wurde ernsthafter.Dem “wahren” Sozialismus war so die erwĂŒnschte Gelegenheit geboten, der politischen Bewegung die sozialistischen Forderungen gegenĂŒberzustellen, die ĂŒberlieferten Anatheme gegen den Liberalismus, gegen den ReprĂ€sentativstaat, gegen die bĂŒrgerliche Konkurrenz, bĂŒrgerliche Preßfreiheit, bĂŒrgerliches Recht, bĂŒrgerliche Freiheit und Gleichheit zu schleudern und der Volksmasse vorzupredigen, wie sie bei dieser bĂŒrgerlichen Bewegung nichts zu gewinnen, vielmehr alles zu verlieren habe. Der deutsche Sozialismus vergaß rechtzeitig, daß die französische Kritik, deren geistloses Echo er war, die moderne bĂŒrgerliche Gesellschaft mit den entsprechenden materiellen Lebensbedingungen und der angemessenen politischen Konstitution vorausgesetzt, lauter Voraussetzungen, um deren ErkĂ€mpfung es sich erst in Deutschland handelte.Er diente den deutschen absoluten Regierungen mit ihrem Gefolge von Pfaffen, Schulmeistern, Krautjunkern und BĂŒrokraten als erwĂŒnschte Vogelscheuche gegen die drohend aufstrebende Bourgeoisie.Er bildete die sĂŒĂŸliche ErgĂ€nzung zu den bitteren Peitschenhieben und Flintenkugeln, womit dieselben Regierungen die deutschen ArbeiteraufstĂ€nde bearbeiteten.Ward der “wahre” Sozialismus dergestalt eine Waffe in der Hand der Regierungen gegen die deutsche Bourgeoisie, so vertrat er auch unmittelbar ein reaktionĂ€res Interesse, das Interesse der deutschen PfahlbĂŒrgerschaft. In Deutschland bildet das vom 16. Jahrhundert her ĂŒberlieferte und seit der Zeit in verschiedener Form hier immer neu wieder auftauchende KleinbĂŒrgertum die eigentliche gesellschaftliche Grundlage der bestehenden ZustĂ€nde.Seine Erhaltung ist die Erhaltung der bestehenden deutschen ZustĂ€nde. Von der industriellen und politischen Herrschaft der Bourgeoisie fĂŒrchtet es den sichern Untergang, einerseits infolge der Konzentration des Kapitals, andrerseits durch das Aufkommen eines revolutionĂ€ren Proletariats. Der “wahre” Sozialismus schien ihm beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Er verbreitete sich wie eine Epidemie.Das Gewand, gewirkt aus spekulativem Spinnweb, ĂŒberstickt mit schöngeistigen Redeblumen, durchtrĂ€nkt von liebesschwĂŒlem GemĂŒtsstau, dies ĂŒberschwengliche Gewand, worin die deutschen Sozialisten ihre paar knöchernen “ewigen Wahrheiten” einhĂŒllten, vermehrte nur den Absatz ihrer Ware bei diesem Publikum.Seinerseits erkannte der deutsche Sozialismus immer mehr seinen Beruf, der hochtrabende Vertreter dieser PfahlbĂŒrgerschaft zu sein.Er proklamierte die deutsche Nation als die normale Nation und den deutschen SpießbĂŒrger als den Normalmenschen. Er gab jeder Niedertracht desselben einen verborgenen, höheren, sozialistischen Sinn, worin sie ihr Gegenteil bedeutete. Er zog die letzte Konsequenz, indem er direkt gegen die “rohdestruktive” Richtung des Kommunismus auftrat und seine unparteiische Erhabenheit ĂŒber alle KlassenkĂ€mpfe verkĂŒndete. Mit sehr wenigen Ausnahmen gehört alles, was in Deutschland von angeblich sozialistischen und kommunistischen Schriften zirkuliert, in den Bereich dieser schmutzigen, entnervenden Literatur.2. Der konservative oder BourgeoissozialismusEin Teil der Bourgeoisie wĂŒnscht den sozialen MißstĂ€nden abzuhelfen, um den Bestand der bĂŒrgerlichen Gesellschaft zu sichern.Es gehören hierher: Ökonomisten, Philantrophen, HumanitĂ€re, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, WohltĂ€tigkeitsorganisierer, Abschaffer der TierquĂ€lerei, MĂ€ĂŸigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. Und auch zu ganzen Systemen ist dieser Bourgeoissozialismus ausgearbeitet worden.Als Beispiel fĂŒhren wir Proudhons “Philosophie de la misĂšre” an.Die sozialistischen Bourgeis wollen die Lebensbedingungen der modernen Gesellschaft ohne die notwendig daraus hervorgehenden KĂ€mpfe und Gefahren. Sie wollen die bestehende Gesellschaft mit Abzug der sie revolutionierenden und sie auflösenden Elemente. Sie wollen die Bourgeoisie ohne das Proletariat. Die Bourgeoisie stellt sich die Welt, worin sie herrscht, natĂŒrlich als die beste Welt vor. Der Bourgeoissozialismus arbeitet diese tröstliche Vorstellung zu einem halben oder ganzen System aus. Wenn er das Proletariat auffordert, seine Systeme zu verwirklichen und in das neue Jerusalem einzugehen, so verlangt er im Grunde nur, daß; es in der jetzigen Gesellschaft stehenbleibe, aber seine gehĂ€ssigen Vorstellungen von derselben abstreife.Eine zweite, weniger systematische, nur mehr praktische Form dieses Sozialismus suchte der Arbeiterklasse jede revolutionĂ€re Bewegung zu verleiden, durch den Nachweis, wie nicht diese oder jene poliltische VerĂ€nderung, sondern nur eine VerĂ€nderung der materiellen LebensverhĂ€ltnisse, der ökonomischen VerhĂ€ltnisse ihr von Nutzen sein könne. Unter VerĂ€nderung der materiellen LebensverhĂ€ltnisse versteht dieser Sozialismus aber keineswegs Abschaffung der bĂŒrgerlichen ProduktionsverhĂ€ltnisse, die nur auf revolutionĂ€rem Wege möglich ist, sondern administrative Verbesserungen, die auf dem Boden dieser ProduktionsverhĂ€ltnisse vor sich gehen, also an dem VerhĂ€ltnis von Kapital und Lohnarbeit nichts Ă€ndern, sondern im besten Fall der Bourgeoisie die Kosten ihrer Herrschaft vermindern und ihren Staatshaushalt vereinfachen.Seinen entsprechenden Ausdruck erreicht der Bourgeoissozialismus erst da, wo er zur bloßen rednerischen Figur wird.Freier Handel! im Interesse der arbeitenden Klasse; Schutzzölle! im Interesse der arbeitenden Klasse; ZellengefĂ€ngnisse! im Interesse der arbeitenden Klasse: das ist das letzte, das einzige ernstgemeinte Wort des Bourgeoissozialismus.Der Sozialismus der Bourgeoisie besteht eben in der Behauptung, daß die Bourgeois Bourgeois sind – im Interesse der arbeitenden Klasse.3. Der kritisch-utopistische Sozialismus und KommunismusWie reden hier nicht von der Literatur, die in allen großen modernen Revolutionen die Forderungen des Proletariats aussprach. (Schriften Babeufs etc.)Die ersten Versuche des Proletariats, in einer Zeit allgemeiner Aufregung, in der Periode des Umsturzes der feudalen Gesellschaft direkt sein eigenes Klasseninteresse durchzusetzen, scheiterten notwendig an der unentwickelten Gestalt des Proletariats selbst wie an dem Mangel der materiellen Bedingungen seiner Befreiung, die eben erst das Produkt der bĂŒrgerlichen Epoche sind. Die revolutionĂ€re Literatur, welche diese ersten Bewegungen des Proletariats begleitete, ist dem Inhalt nach notwendig reaktionĂ€r. Sie lehrt einen allgemeinen Asketismus und eine rohe Gleichmacherei.Die eigentlich sozialistischen und kommunistischen Systeme, die Systeme St-Simons, Fouriers, Owens usw., tauchen auf in der ersten, unentwickelten Periode des Kampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie, die wir oben dargestellt haben. (Siehe Bourgeoisie und Proletariat.)Die Erfinder dieser Systeme sehen zwar den Gegensatz der Klassen wie die Wirksamkeit der auflösenden Elemente in der herrschenden Gesellschaft selbst. Aber sie erblicken auf der Seite des Proletariats keine geschichtliche SelbsttĂ€tigkeit, keine ihm eigentĂŒmliche politische Bewegung.Da die Entwicklung des Klassengegensatzes gleichen Schritt hĂ€lt mit der Entwicklung der Industrie, finden sie ebensowenig die materiellen Bedingungen zur Befreiung des Proletariats vor und suchen nach einer sozialen Wissenschaft, nach sozialen Gesetzen, um diese Bedingungen zu schaffen.An die Stelle der gesellschaftlichen TĂ€tigkeit muß ihre persönlich erfinderische TĂ€tigkeit treten, an die Stelle der geschichtlichen Bedingungen der Befreiung phantastische, an die Stelle der allmĂ€hlich vor sich gehenden Organisation des Proletariats zur Klasse eine eigens ausgeheckte Organisation der Gesellschaft. Die kommende Weltgeschichte löst sich fĂŒr sie auf in die Propaganda und die praktische AusfĂŒhrung ihrer GesellschaftsplĂ€ne.Sie sind sich zwar bewußt, in ihren PlĂ€nen hauptsĂ€chlich das Interesse der arbeitenden Klasse als der leidensten Klasse zu vertreten. Nur unter diesem Gesichtspunkt der leidensten Klasse existiert das Proletariats fĂŒr sie.Die unentwickelte Form des Klassenkampfes wie ihre eigene Lebenslage bringen es aber mit sich, daß sie weit ĂŒber jenen Klassengegesatz erhaben zu sein glauben. Sie wollen die Lebenslage aller Gesellschaftsglieder, auch der bestgestellten, verbessern. Sie appellieren daher fortwĂ€hrend an die ganze Gesellschaft ohne Unterschied, ja vorzugsweise an die herrschende Klasse. Man braucht ihr System ja nur zu verstehen, um es als den bestmöglichen Plan der bestmöglichen Gesellschaft anzuerkennen.Sie verwerfen daher alle politische, namentlich alle revolutionĂ€re Aktion, sie wollen ihr Ziel auf friedlichem Wege erreichen und versuchen, durch kleine, natĂŒrlich fehlschlagende Experimente, durch die Macht des Beispiels dem neuen gesellschaftlichen Evangelium Bahn zu brechen.Die phantastische Schilderung der zukĂŒnftigen Gesellschaft entspringt in einer Zeit, wo das Proletariat noch höchst unentwickelt ist, also selbst noch phantastisch seine eigene Stellung auffaßt, seinem ersten ahnungsvollen DrĂ€ngen nach einer allgemeinen Umgestaltung der Gesellschaft.Die sozialistischen und kommunistischen Schriften bestehen aber auch aus kritischen Elementen. Sie greifen alle Grundlagen der bestehenden Gesellschaft an. Sie haben daher höchst wertvolles Material zur AufklĂ€rung der Arbeiter geliefert. Ihre positiven SĂ€tze ĂŒber die zukĂŒnftige Gesellschaft, z.B. Aufhebung des Gegensatzes zwischen Stadt und Land, der Familie, des Privaterwerbs, der Lohnarbeit, die VerkĂŒndigung des gesellschaftlichen Harmonie, die Verwandlung des Staates in eine bloße Verwaltung der Produktion – alle diese ihre SĂ€tze drĂŒcken bloß das Wegfallen des Klassengegensatzes aus, der eben erst sich zu entwickeln beginnt, den sie nur noch in seiner ersten gestaltlosen Unbestimmtheit kennen. Diese SĂ€tze selbst haben daher noch einen rein utopischen Sinn.Die Bedeutung des kritisch-utopischen Sozialismus und Kommunismus steht im umgekehrten VehĂ€ltnis zur geschichtlichen Entwicklung. In demselben Maße, worin der Klassenkampf sich entwickelt und gestaltet, verliert diese phantastische Erhebung ĂŒber denselben, diese phantastische BekĂ€mpfung desselben allen praktischen Wert, alle theoretische Berechtigung. Waren daher die Urheber dieser Systeme auch in vieler Beziehung revolutionĂ€r, so bilden ihre SchĂŒler jedesmal reaktionĂ€re Sekten. Sie halten die alten Anschauungen der Meister fest gegenĂŒber der geschichtlichen Fortentwicklung des Proletariats. Sie suchen daher konsequent den Klassenkampf wieder abzustumpfen und die GegensĂ€tze zu vermitteln. Sie trĂ€umen noch immer die versuchsweise Verwirklichung ihrer gesellschaftlichen Utopien, Stiftung einzelner Phalanstere, GrĂŒndung von Home-Kolonien, Errichtung eines kleinen Ikariens – Duodezausgabe des neuen Jerusalems -, und zum Aufbau aller dieser spanischen Schlösser mĂŒssen sie an die Philantropie der bĂŒrgerlichen Herzen und GeldsĂ€cke appellieren. AllmĂ€hlich fallen sie in die Kategorie der oben geschilderten reaktionĂ€ren oder konservativen Sozialisten und unterscheiden sich nur noch von ihnen durch mehr systematische Pedanterie, durch den fanatischen Aberglauben an die Wunderwirkungen ihrer sozialen Wissenschaft.Sie treten daher mit Erbitterung aller politischen Bewegung der Arbeiter entgegen, die nur aus blidem Unglauben an das neue Evangelium hervorgehen konnte.Die Owenisten in England, die Fourieristen in Frankreich reagieren dort gegen die Chartisten, hier gegen die Reformisten.IV Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen ParteienNach Abschnitt II versteht sich das VerhĂ€ltnis der Kommunisten zu den bereits konstituierten Arbeiterparteien von selbst, also ihr VerhĂ€ltnis zu den Chartisten in England und den agrarischen Reformern in Nordamerika.Sie kĂ€mpfen fĂŒr die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen der Arbeiterklasse, aber sie vertreten in der gegenwĂ€rtigen Bewegung zugleich die Zukunft der Bewegung. In Frankreich schließen sich die Kommunisten an die sozialistisch-demokratische Partei an gegen die konservative und radikale Bourgeoisie, ohne darum das Recht aufzugeben, sich kritisch zu den aus der revolutionĂ€ren Überlieferung herrĂŒhrenden Phrasen und Illusionen zu verhalten.In der Schweiz unterstĂŒtzen sie die Radikalen, ohne zu verkennen, daß diese Partei aus widersprechenden Elementen besteht, teils aus demokratischen Sozialisten im französischen Sinn, teils aus radikalen Bourgeois.Unter den Polen unterstĂŒtzen die Kommunisten die Partei, welche eine agrarische Revolution zur Bedingung der nationalen Befreiung macht, dieselbe Partei, welche die Krakauer Insurrektion von 1846 ins Leben rief.In Deutschland kĂ€mpft die Kommunistische Partei, sobald die Bourgeoisie revolutionĂ€r auftritt, gemeinsam mit der Bourgeoisie gegen die absolute Monarchie, das feudale Grundeigentum und die KleinbĂŒrgerei.Sie unterlĂ€ĂŸt aber keinen Augenblick, bei den Arbeitern ein möglichst klares Bewußtsein ĂŒber den feindlichen Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat herauszuarbeiten, damit die deutschen Arbeiter sogleich die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen, welche die Bourgeoisie mit ihrer Herrschaft herbeifĂŒhren muß, als ebenso viele Waffen gegen die Bourgeoisie kehren können, damit, nach dem Sturz der reaktionĂ€ren Klassen in Deutschland, sofort der Kampf gegen die Bourgeoisie selbst beginnt.Auf Deutschland richten die Kommunisten ihre Hauptaufmerksamkeit, weil Deutschland am Vorabend einer bĂŒrgerlichen Revolution steht und weil es diese UmwĂ€lzungen unter fortgeschrittneren Bedingungen der europĂ€ischen Zivilisation ĂŒberhaupt und mit einem viel weiter entwickelten Proletariat vollbringt als England im 17. und Frankreich im 18. Jahrhundert, die deutsche bĂŒrgerliche Revolution also nur das Vorspiel einer proletarischen Revolution sein kann.Mit einem Wort, die Kommunisten unterstĂŒtzen ĂŒberall jede revolutionĂ€re Bewegung gegen die bestehenden gesellschaftlichen und politischen ZustĂ€nde.In allen diesen Bewegungen heben sie die Eigentumsfrage, welche mehr oder minder entwickelte Form sie auch angenommen haben möge, als die Grundfrage der Bewegung hervor.Die Kommunisten arbeiten endlich ĂŒberall an der Verbindung und VerstĂ€ndigung der demokratischen Parteien aller LĂ€nder.Die Kommunisten verschmĂ€hen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklĂ€ren es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.Proletarier aller LĂ€nder, vereinigt euch!

https://homepage.univie.ac.at/christian.sitte/PAkrems/zerbs/volkswirtschaft_I/beispiele/wio_b01.html

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